
Eigenkapital im Gastro-Franchise: was du mitbringst und was die Bank übernimmt
Wie viel Eigenkapital brauche ich für ein meynum-Franchise?
Wir kalkulieren mit einer Gesamtinvestition ab rund 200.000 Euro pro Standort und empfehlen 30 bis 40 Prozent Eigenkapital. Bei guter Bonität ist auch eine Finanzierung mit weniger Eigenkapital möglich. Die Investitionshöhe hängt von Ladengröße (85 bis 120 m²), Zustand der Immobilie und Umbauaufwand für Holzofen und Küchentechnik ab.
Diese Zahl ist keine Schätzung aus der Theorie, sondern das, was wir unseren Franchise-Interessenten in den ersten Gesprächen auf den Tisch legen. Seit 2016 bauen wir meynum auf, seit Oktober 2020 als Pizzeria mit Holzofen – und genau diese Erfahrung aus unserem Stammhaus in Meine und dem Partnerstandort Wolfsburg-Detmerode fließt in jede Kalkulation ein, die wir mit Franchise-Partnern durchgehen.
Die Eigenkapitalquote von 30 bis 40 Prozent ist bewusst konservativ angesetzt. Banken bewerten Gastronomie-Finanzierungen grundsätzlich vorsichtiger als andere Branchen, weil das Geschäft personal- und wareneinsatzintensiv ist. Wer mit soliden 30 bis 40 Prozent ins Gespräch geht, hat eine deutlich bessere Verhandlungsposition. Bei guter Bonität sind aber auch Finanzierungen mit geringerem Eigenkapital möglich.
Woraus setzt sich der Kapitalbedarf für einen meynum-Standort zusammen?
Die Investitionssumme verteilt sich auf Eintrittsgebühr, Umbau der 85 bis 120 m² großen Ladenfläche, den Holzofen mit kupferfarbener Kuppel samt Küchentechnik, Erstausstattung, Kaution und einen Betriebsmittelpuffer für die ersten Monate. Der Ofen und die Küchentechnik machen dabei den größten Einzelposten aus.
Konkret setzt sich die Investition in folgende Blöcke zusammen:
| Posten | Größenordnung |
|---|---|
| Eintrittsgebühr (System, Marke, Schulung, Konzept) | einmalig, im unteren fünfstelligen Bereich |
| Umbau Ladenfläche (85–120 m²) | abhängig vom baulichen Zustand |
| Holzofen mit kupferfarbener Kuppel, Lieferung & Montage | größter Einzelposten der Technik |
| Küchentechnik, Kühlung, Kaffeemaschine für die Hausröstung DAVA | laufende Betriebsausstattung |
| Erstausstattung (Mobiliar, Kasse, Geschirr, Außenauftritt) | je nach Ausbaustandard |
| Kaution Mietobjekt | meist 3 Monatsmieten |
| Betriebsmittelpuffer für Anlaufphase | 2–3 Monate laufende Kosten |
Im System enthalten sind bei uns Teigmischung, Ofentechnik, das Kaffeekonzept DAVA, Kassensystem, Einkauf und Schulung – das reduziert das Risiko, bei der Erstausstattung an der falschen Stelle zu sparen oder in Komponenten zu investieren, die nicht zum Konzept passen. Von der Vertragsunterschrift bis zur Eröffnung eines Standorts rechnen wir in der Regel mit 6 bis 9 Monaten. Der Kapitalbedarf konkretisiert sich dabei schrittweise: Zuerst der Businessplan, dann die Standortsuche, dann die verbindlichen Angebote für Umbau und Technik.
Welchen Eigenkapitalanteil erwarten Banken bei einer Gastro-Finanzierung – und was zählt als Eigenkapital?
Banken orientieren sich bei Gastronomie-Finanzierungen meist an 20 bis 30 Prozent Eigenkapitalanteil der Gesamtinvestition. Als Eigenkapital zählen nicht nur Bargeld und Ersparnisse, sondern auch Nachrangdarlehen von Familie, bereits vorhandene Betriebsausstattung oder Eigenleistung beim Umbau, sofern die Bank diese nachvollziehbar bewertet.
Die genaue Quote ist kein Fixwert, sondern das Ergebnis einer Risikoeinschätzung. Wichtige Stellschrauben sind:
- Standortqualität: Ein Standort mit nachgewiesener Laufkundschaft und guter Erreichbarkeit senkt das wahrgenommene Risiko.
- Berufserfahrung des Gründers: Quereinsteiger ohne Gastro-Erfahrung müssen dies oft durch höheres Eigenkapital oder zusätzliche Sicherheiten ausgleichen.
- Systemreferenz: Ein Franchisesystem mit mehrjähriger Historie und belastbaren Vergleichszahlen wirkt sich positiv auf die Konditionen aus.
Neben klassischem Bargeld akzeptieren Banken häufig auch Nachrangdarlehen von Familienangehörigen, eingebrachte Sachwerte oder nachgewiesene Eigenleistung – wichtig ist, dass alles sauber belegt und bewertet in den Unterlagen steht.
Welche Förderwege gibt es zusätzlich zur Hausbank?
Neben dem klassischen Bankkredit stehen gastronomischen Existenzgründern in Deutschland in der Regel Förderkredite der staatlichen Förderbank KfW, Bürgschaftsbanken der Bundesländer und das Hausbankprinzip zur Verfügung. Die genauen Konditionen, Förderhöhen und Haftungsfreistellungen ändern sich jährlich und müssen direkt bei der Hausbank oder der IHK erfragt werden (Stand der Programme: siehe Quellen).
Das Prinzip in Deutschland ist fast immer gleich: Der Förderkredit wird nicht direkt bei der Förderbank beantragt, sondern über die eigene Hausbank – das sogenannte Hausbankprinzip. Die Hausbank reicht den Kreditwunsch weiter, die Förderbank übernimmt im Gegenzug einen Teil des Ausfallrisikos (Haftungsfreistellung), was es der Hausbank leichter macht, den Kredit überhaupt zu bewilligen.
Zusätzlich gibt es in jedem Bundesland eine Bürgschaftsbank, die bei fehlenden Sicherheiten eine Ausfallbürgschaft stellen kann – relevant, wenn das Eigenkapital zwar die Quote erfüllt, aber keine dinglichen Sicherheiten wie Immobilien vorhanden sind.
Wichtig: Konkrete Zinssätze, Förderhöchstbeträge und der Prozentsatz der Haftungsfreistellung werden von der KfW jährlich angepasst. Wer plant, sollte die aktuellen Programmbedingungen direkt bei der Hausbank oder der zuständigen IHK erfragen, bevor er mit festen Zahlen kalkuliert.
Was muss in den Bankunterlagen für ein meynum-Franchise stehen?
Die Bank erwartet einen Businessplan mit Standortanalyse, realistischen Umsatz- und Kostenplanungen auf Basis von Vergleichszahlen bestehender Systemstandorte sowie eine private Haushaltsrechnung des Gründers. Ohne nachvollziehbare Zahlen aus einem laufenden System ist die Kreditprüfung deutlich schwerer.
Wir legen unseren Franchise-Interessenten für das Bankgespräch eine Mappe vor, die typischerweise folgende Bestandteile enthält:
- Businessplan mit Konzeptbeschreibung (Holzofen-Pizza, 72-Stunden-Teig, DAVA-Kaffee), Standortanalyse und geplanter Personalstruktur.
- Standortzahlen: Mietkosten, Lage, Einzugsgebiet, Passantenfrequenz – konkret für die ins Auge gefasste Fläche von 85 bis 120 m².
- Vergleichszahlen des Systems: Erfahrungswerte aus unseren bestehenden Standorten in Meine und Wolfsburg-Detmerode als Orientierung für Umsatz- und Kostenstruktur – wir versprechen hierbei bewusst keine konkreten Umsatz- oder Gewinnzahlen, sondern zeigen nachvollziehbare Bandbreiten.
- Privater Kapitaldienst: Die Bank prüft, wie viel der Gründer monatlich für die eigene Lebenshaltung benötigt, um zu sehen, ob nach Tilgung und Zinsen noch genug übrig bleibt.
Je vollständiger diese Unterlagen sind, desto reibungsloser läuft in der Regel auch der Weg bis zur Eröffnung, der ab Vertragsunterschrift bei uns im Schnitt 6 bis 9 Monate dauert.
Häufige Fragen
- Reicht ein Eigenkapitalanteil von 15 Prozent für ein Gastro-Franchise aus?
- Möglich, aber unüblich. Die meisten Banken verlangen bei Gastronomie-Finanzierungen 20 bis 30 Prozent Eigenkapital; bei 15 Prozent braucht es in der Regel zusätzliche Sicherheiten oder eine Bürgschaft.
- Zählt ein Nachrangdarlehen von der Familie als Eigenkapital?
- Ja, Banken akzeptieren Nachrangdarlehen von Familienangehörigen in der Regel als wirtschaftliches Eigenkapital, sofern die Rangrücktrittsvereinbarung sauber dokumentiert ist.
- Wie lange dauert es bei meynum von der Vertragsunterschrift bis zur Eröffnung?
- In der Regel 6 bis 9 Monate, abhängig von Fläche, Genehmigungen, Umbau und Einbau der Ofentechnik.
- Was ist im meynum-Franchisesystem bereits enthalten?
- Teigmischung, Ofentechnik, das Kaffeekonzept DAVA, Kassensystem, zentraler Einkauf und Schulung sind Teil des Systems und müssen nicht separat kalkuliert werden.
- Garantiert meynum einen bestimmten Umsatz oder Gewinn für Franchise-Nehmer?
- Nein. Wir legen Vergleichszahlen und Erfahrungswerte aus unseren bestehenden Standorten offen, machen aber bewusst keine Umsatz- oder Gewinnversprechen – das hängt von Standort, Führung und lokalem Markt ab.
- Muss ich Gastro-Erfahrung mitbringen, um meynum-Partner zu werden?
- Nein, wir richten uns sowohl an erfahrene Gastronomen, die umstellen wollen, als auch an Quereinsteiger mit Unternehmergeist – ohne Gastro-Erfahrung kann die Bank aber höheres Eigenkapital erwarten.

